unterwegs mit jed - tag 7 / te anau - wanaka

TeAnau-TeAnauDowns-Wanaka 330km
TeAnau-TeAnauDowns-Wanaka 330km

 

 

Am morgen herrscht strahlender sonnenschein, wir machen uns auf den weg. Am abend vorher haben wir beschlossen, doch noch richtung Milford Sound zu fahren, um wenigstens ein bisschen Fjordland zu sehen. Das "problem" ist, dass dieser fjord ca. 120 km strassenkilometer entfernt ist, das sind bei den strassen und den vielen touristen hier umgerechnet mindestens zwei stunden fahrt. Also vier stunden hin und zurück. Denn es gibt nur diese eine strasse. Zum fjord und zurück.  Keine abzweiger, keine rundkurse, nichts.

Vier stunden, nur um wasser zwischen bergen zu sehen? Oder vermutlich mehr busse als wasser? Ahneeee....Wir wollen nicht ja wandern oder mit dem schiff durch den fjord fahren. Auf der karte bzw. in Scotts reiseführer haben wir einen ort namens Te Anau Downs entdeckt, das muss reichen.

Also fahren wir jetzt am Lake Te Anau entlang, der mit seinen bergen drumrum auch schon sehr beeindruckend ist. Etwas hinter Te Anau Downs finden wir einen rastplatz mit aussicht am Eglington River, dort halten wir an, machen fotos und fahren wieder zurück. Kann der Milford Sound noch beeindruckender sein, als der blick über den see und die berge dahinter? Ich finde den schon sehr imposant.

Es geht also zurück nach Te Anau [weil es ja keine andere strasse gibt], dann grob richtung süd-ost-nord, Queenstown ist das nächste ziel. Dort wollen wir mal gucken, ob sie bei den geführten endurotouren morgen noch zwei plätze frei haben. Wir fahren in der ebene zwischen den bergen durch, hier gibt es jede menge weideland, ein paar kleine orte und vereinzelte häuser. Sieht nach viehhaltung aus. Nach ca. 130 km erreichen wir den Lake Wakatipu, die strasse steigt etwas an, wir fahren entland des sees und nach weiteren fünf kilometern sind wir von der aussicht total geflasht... wasser, berge und himmel in den unterschiedlichsten blautönen, die sonne glitzert im wasser, wir sind hin und weg.

Eine kurze pause an einem der aussichtspunkte, dann wieder weiter nach Queenstown. Da haben wir unseren nächsten 'flash' - boah, ist das ein gewusel hier! Das sind wir überhaupt nicht mehr gewohnt. Schlimmer als Timmendorfer Strand im hochsommer. Autos, busse, motorräder, fussgänger, radfahrer, und alles in einer normalen kleinen innenstadt-strasse. Den berühmten "Fergburger" lassen wir links liegen - ich hätte deren burger ja echt gern probiert, aber das ist uns alles viel zu viel hier. Ausserdem reissen wir den altersdurchschnitt ordentlich nach oben, das können wir den leuten da ja nicht antun ;)

Wir fahren "schnell" weiter richtung Glenorchy, wollen doch mal gucken, ob wir nicht eine ecke aus den 'Herr-der-Ringe'-filmen entdecken. Nach 10 kilometern geben wir den versuch auf, so wichtig ist das dann auch nicht. Da wir wegen der 'sprudelnden lebenslust' in Queenstown nun doch lieber woanders übernachten wollen und uns der reiseführer Wanaka als ruhige alternative zum quirligen Queenstown anpreist, drehen wir wieder um, fahren nochmal durch Queenstown [wo wir auch den endurowandertouren-anbieter entdecken - aber dazu haben wir auch keine lust mehr] und hauen schnell ab. Da wir hier gerade spätsommer haben, ist die Crown-Range-Road geöffnet, auch für wohnmobile, also ab durch die mitte. Eine strasse, die jeden motorradfahrer schwach werden lässt, erwartet uns. Hoch, runter, rechts, links und aussicht aussicht aussicht. Allerdings möchte ich da im winter nicht längsfahren müssen... Nach der kurvenfahrt durch und über die berge geht's wieder abwärts ins Cardona Valley. [Bei manchen orten fragt man sich wirklich, was zuerst da war, der ort oder der western? In Cardona sieht es aus, wie man es von alten tv-western kennt. Bloss in echt...und natürlich in farbe ;) ]

Es wird ein bisschen grüner und wir erreichen Wanaka. Nun bin ich aber gespannt. Der erste campingplatz, den wir finden, ist nicht nach unserem geschmack, ich bin nicht mal sicher, ob er überhaupt geöffnet hat. Es soll da aber noch einen anderen geben, mal sehen, ob wir den finden. Zuerst müssen wir sowieso tanken und vorräte aufstocken. Und was soll ich sagen... An der supermarktkasse werden wir von der belgischen servicekraft sofort als Deutsche erkannt - weil wir keine extra plastiktüte für unsere einkäufe haben wollen... Aber wo der andere campingplatz ist, kann sie uns auch nicht sagen, sie weiß eher etwas über backpacker-hostels :) Egal, wir finden den campingplatz auch so - und sind zum dritten mal an diesem tag 'geflasht': IST das schön hier: Superfreundliche gastgeber, ein ruhiger platz mit seeblick, sommerliche temperaturen - toll!

tag 7/ 19.03.15 - fjordland

 

18.03.15/ Colac Bay - Te Anau

 

20.03.15/ Wanaka


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Kommentare: 2
  • #1

    Rena (Mittwoch, 04 Mai 2016 20:36)

    Mensch - da habt ihr aber echt ein bisschen zu früh aufgegeben! Die Strecke nach Glenorchy ist einfach ein Traum - und Glenorchy ist noch ziemlich ruhig.

    Uns hat's 2015 so gut gefallen https://fernwehheilen.wordpress.com/2015/02/20/20-februar-halfway-to-paradise/ - dass wir dieses Jahr im Januar gleich noch Mal hin sind https://fernwehheilen.wordpress.com/2016/01/30/30-januar-shades-of-blue/.

    Und es wieder wunderschön dort fanden ...

  • #2

    @Rena (Donnerstag, 05 Mai 2016 10:38)

    Dann wären wir aber nicht so in Wanaka gelandet und hätten die Radtour nicht gemacht. Schicksal? Für's nächste Mal Südinsel kommt Glenorchy aber mit auf die Liste :)